Neuseeland – KIA ORO

Kategorie: Neuseeland

Hallo Freunde,

ha, ha, ha, Ihr Spassvögel! Witzle gemacht! Wir hätten auf der Sylvester-Party zu viel Sekt getrunken, dass es uns zu Neujahr nur so vorkam als würde andauend die Erde in Christchurch schwanken. Dann lest mal die beigefügte Datei: „ErbebenNews“. Das stärkste Beben hatte sogar 5,7 auf der Richterscala. Da wird man im Wohnmobil ganz schön durchgeschüttelt.
Aber nun zu dem bereits zweimal verschobenen Bericht von unserer Reise zu den Maoris, den Ureinwohnern Neuseelands. Ihr erinnert Euch, dass uns wegen des schlechten Wetters geraten wurde eine Art Wallfahrt zum heiligsten Ort der Maori, wo die Seelen der toten Maori in ihre Urheimat zurückkehren, zu unternehmen.
Näheres könnt Ihr in der angehängten pdf-Datei: „kia ora“ nachlesen.
Leider haben wir dort und in der angrenzenden Spirit-Bay sprichwörtlich „keine Seele“ angetroffen, welche uns sagen hätte können, welcher Maori-Gott für das miserable Wetter zuständig ist. Fast kein Tag ohne ausgiebigen Regen oder Wolken, die bis auf das Meer hinunter hingen. Auch das blöde Versteckspiel gewisser spiritueller Kräfte nahm kein Ende. Meine Kamera – die ich Monika gegeben hatte um zu dokumentieren, dass ich als Schafscherer bei der nächsten Geldinflation in Europa hier noch meinen Lebensunterhalt verdienen könnte – blieb trotz groß angelegter Suchaktion im Wohnmobil und beim Schaffarmer unauffindbar. Tage später wollte Monika alte Prospekte und Landkarten im Seitenfach ihrer Autotüre wegwerfen. Zufällig spürte sie dazwischen meine schmale, schmerzhaft vermisste Digitalkamera.
Zweifel habe ich jedoch beim plötzlichen Verlust von Monikas VISA-Karte am Neujahrsmorgen, ob auch hier Geister die Hand im Spiele hatten. Ich würde eher sagen, dass Monika als dreifache Oma bei ihrem Rückfall in die pubertäre Teenagerphase auf der Sylvester-Party in Christchurch – angeheizt von der irren Band – so herumgehüpft ist, dass sie die lose in der Windjacke steckende Karte regelrecht unter das Volk geworfen hat. In ewig langen Verbindungsgesprächen haben wir dann am nächsten Tag die Visa-Karte telefonisch gesperrt. Erst als uns eine Dame vom Kartenservice sehr angeheitert einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschte, merkten wir, dass wir wegen der Zeitverschiebung um 12  Stunden kurz vor Jahreswechsel in Deutschland angerufen hatten.
Mit der Zeitverschiebung ist das auch so eine Sache. Sogar das ganze Jahr ist zur Hälfte verschoben. Ich merke es daran, dass der mitgebrachte Winterschnupfen nahtlos in einen Heuschnupfen übergegangen ist. Das Gras steht hier, wenn nicht von den vielen Schafen abgeweidet, in voller Blüte. Meine Niesorgien am Steuer und die oft tränenfeuchten Augen dienen nicht gerade der Verkehrssicherheit. Deshalb traute ich meinen Augen nicht, als das erste Verkehrsschild: „Penguins crossing“ auftauchte. Da wir uns bereits im „antarktischen“ Bereich Süd-Neuseelands befinden, muss man nicht nur auf Fußgänger, sondern auch auf Pinguine achten, die meist in der Dämmerung vom Meer her kommend zu ihren Rast- und Nistplätzen über die Strasse watscheln.
Es grüssen Euch Eure „loopies“
(so nennen die Neuseeländer die motorisierten Touristen)
Rolf & Monika
ErdbebenNews.png

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