Australien – Weihnachtsgruesse und Monika ist nicht verloren gegangen

Kategorie: Australien

Liebe Freunde, eigentlich hatte ich schon eine nette story mit meinen bisherigen „Aussie-Erfahrungen“ parat. Nachdem sich aber die E-Mails derjenigen häuften, welche wissen, dass ich nicht alleine unterwegs bin und sich wunderten, dass ich immer noch in der Ich-Form geschrieben habe, komme ich nicht umhin die Frage nach meiner „Reisebegleiterin“zu beantworten: Nein, Monika ist mir nicht verloren gegangen! Im Gegenteil, es schaut so aus, als ob wir nur noch im Doppelpack verreisen werden.

Damit muss ich allen anderen, die mich noch solo wähnen – Marianne, Deine Eiinladung zur Brautschau faellt unter diesen Umständen flach ;-((   – gestehen, dass ich meine neue „Ungebundenheit“ schon kurz nach meiner letzten Segelschiffsueberfuehrung über Bord geworfen habe.

Ein bisschen Zweifel hatte ich vor dieser Reise schon, ob wir, Monika und ich uns nicht mit unseren jeweiligen Schrullen auf engstem Raum fuer 6 Wochen all zu arg auf die Nerven gehen. Als dann  noch technische Probleme am Camper auftraten, ich eine Woche lang mit fürchterlichen Kreuzschmerzen fahren musste, Unwetter uns das Leben schwer machten und Monika in ihren Sommersachen in den australischen Alpen nachts beim Campen erbärmlich fror, hätte ich mich nicht gewundert, wenn sie mit dem nächsten Flieger in die Heimat entschwunden wäre. Stattdessen hat sie sich klaglos auf staubigen Wellblechpisten durchrütteln lassen, ist mit mir über von Wolkenbrüchen aufgeweichte, lehmglitschige Regenwaldrouten geschlittert, wobei sie sogar ein bisschen Spass hatte, wenn wir durch überflutete Strassen pflügten. Tapfer sass sie neben mir, waehrend wir über verschneite Pässe rutschten und durch die engen Kurven der oft steil hoch über dem Meer verlaufenden Great Ocean Road fuhren, obwohl Sturmböen unserem Camper fast von der Strasse rissen.

Das heisst aber nicht, dass unsere Reise eine einzige Strapaze gewesen waere. Wir sind trotz des schlechten Wetters auf der ueber 5000 km langen Reise reichlich entlohnt worden. Grandiose Landschaften (vor allem immer wieder begeisternd die bizarr geformten, abgestorbenen Eukalyptusbaumriesen, die an die surrealistischen Gemälde von Dali erinnerten), die unvermuteten Begegnungen mit den meist dösend in den Eukalyptusaesten haengenden lustig anzusehenden Koalas und den seltener zu erspaehenden Wallabies, Wombats, Rüsseligeln sowie den straußenähnlichen Emus. Besonders beindruckend die fremdartige Flora und die zu dieser Jahreszeit in allen Farben blühenden Bäume. Angenehm ueberrascht hat uns die offene, kontaktfreudige und immer hilfsbereite Art der Australier. Aber der Rummel, den die Aussies schon seit Anfang November mit den Weihnachtsymbolen treiben – riesige buntgeschmückte Weihnachtsbäume inmitten von Palmen oder Gruenanlagen, Lichterketten mit Rentierschlitten und Bikinimaedchen am Strand mit Nikolausmuetzen – das ist bei 30 Grad und mehr ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Wir haben uns versucht  anzupassen und senden Euch ein entsprechendes (Weihnachts)foto mit allen guten Wünschen für eine echte Adventsstimmung und frohen Festtagen mit richtigem Schnee.
Herzlichst
Rolf, Rüdiger, Rutger + Monika

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