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Südsee – Inselleben mit Dorfidylle

Kategorie: Südsee

Ein schwacher Trost Freunde – wenn ich so Eure Kälteschilderungen lese – Ihr habt nicht unter Schweißausbrüchen im feuchtheißem Klima zu leiden und müsst bestimmt keine Mücken-Attacken erdulden. Wirbelstürme und tägliche Wolkenbrüche sind bei Eurer Wetterlage auch nicht zu befürchten. Soll bei Euch ja bald wieder wärmer werden.

Es war unmöglich in der „sehr familiär geführten Pension“ während der Woche auf Tahiti eine ruhige Minute zu finden um meinen Travel-Newsletter fertig zu schreiben. Der im Internet gepriesene Familienanschluss war kaum auszuhalten. Selten waren die beiden überaus herzlichen Pensionsbetreiber, ein Schotte und eine „Kontinental-Französin“ allein. Laufend kamen ihre vier Kindern mit ihren teils polynesischen Ehepartnern und deren Kinder zu Besuch. Dann standen die kleinen süßen, so aufgeweckten 3 bis 5 jährigen Temperamentsbolzen von Enkeltöchtern vor unserer Glaszimmertüre und wollten unterhalten werden. Da sie uns schon mit ihren Großeltern französisch sprechen hörten konnten wir uns schlecht taubstumm stellen. Gut, dass Monika mit ihrem besseren Französisch die Kinder „ruhig stellen“ konnte. Ansonsten stritten sich die von verschiedenen Elternpaaren stammenden Mädchen laufend lautstark: C´est ma Grandmère! Non, c´est maaaaa Grandmère!!!
Jetzt sind wir auf Moorea, der Nachbarinsel von Tahiti und halten es vor Ruhe kaum aus. Keine Hähne, die morgends schon um vier Uhr vor unserem Schlafzimmerfenster krähen, kein Hundegebell, keine vorbei donnernden Motorräder und vor allem kein Baulärm mit Verschalungsgeklopfe und zwei laufend im Einsatz befindlichen Mörtelmischmaschinen. (Der Schotte muss von seinen überwiegend jugendlichen Backpacker-Gästen so viel Geld gespart haben, dass er sich einen größeren Anbau direkt nebenan auf seinem Grundstück leisten kann.)
Gewissermassen als seelische Entschädigung wohnen wir jetzt ganz alleine in einem weißen Bungalow direkt am Strand mit einer Umgebung so wie sie in den Reisekatalogen oder im Internet abgebildet sind…  Keine Bange, ich schicke Euch keine  „Neid-Fotos“ von Palmen, die sich vor dem türkisblauen, klaren Wasser der Lagune im Winde wiegen, während draußen am Riff vor dem tintenblauen Pazifik die weissgleissenden Gischtberge der sich brechenden Wogen auftürmen …    Ok, ok, ich bremse mich ja schon ein.
Fürchte aber, ich muss einige enttäuschen, die wieder Spannendes und Abenteuerliches erwarten. Mit der angehängten pdf-Datei: „Inselleben“ erzähle ich nur ein bisschen über unser „dörfliches“ Leben auf den winzigen Cook Islands im weiten Pazifik. Nebenbei hoffe ich einige Fragen über unseren „Reiseurlaub“ beantwortet zu haben.
Eure Südsee-Insulaner
Rolf & Monika
PS.: Bei unserem Abflug von Aitutaki mit einer kleinen zweimotorigen Propeller-Maschine haben wir uns gewundert, dass der Flug trotz des Sturms, der schon die ganze Nacht unsere Palmblätter gedeckte Unterkunft auseinander nahm, überhaupt stattfinden sollte. Von unserem Motorbike-Verleiher hier auf Moorea haben wir heute erfahren, dass der Zyclon, der bereits die Fitschi-Inseln unter Wasser gesetzt hatte auch Aitutaki erreichte. Der Flug- und Schiffsverkehr zur Insel musste für mehrere Tage eingestellt werden. Wir sind also in letzter Minute wieder einmal buchstäblich  „davon gekommen“.